Am Freitag werd ich blond!

Gestatten, braun! Meine Haarfarbe gleicht momentan einer Mischung aus verbrannten Maroni (am Ansatz) und zerflossener Vollmilchschokolade. Matter Vollmilchschokolade. Nicht besonders, aber typgerecht. So heißt es. Und ich habe es satt. Trotz mehrmaliger Hinweise diverser Friseure “Das kann ich nicht machen, das steht Ihnen nicht!” und angstgeweiteten Augen der informierten Menschen um mich herum, mache ich es jetzt trotzdem. Ich werde blond!

Zumindest ist das bisher der Plan. Ob der Friseur am Freitag auch nach meinen Wünschen handelt, bleibt noch abzuwarten.

Heute ist Dienstag. Das bedeutet, es bleiben mir noch drei ganze Tage, mit dunklem, typgerechten Kopfschmuck, der mich mehrere Jahrzehnte lang ununterbrochen begleitet hat. Drei Tage, in denen ich unbemerkt im Meer der unscheinbaren untergehe. Kaum wahrgenommen, “hübsch – erst auf den zweiten Blick”.

Warum blond? Die Cosmopolitan schreibt “Blondsein sucht man sich bewusst aus (…) 98 Prozent der Menschheit hat schwarze Haare und braune Augen.” Genau zu diesen 98 Prozent gehöre auch ich.

Die Steinzeitforschung gibt an, sexuelle Selektion würde immer aufgrund des Seltenheitsfaktors erfolgen. Beweis in der Neuzeit: Barbie, Disney-Prinzessinnen und Film-Ikonen der 40er und 50er Jahre waren fast ausnahmslos blond. Ich möchte mich nicht in die Liga der blonden Pop-Sternchen und Walts unrealistischer Märchen-Figuren einreihen. Enormen Geltungsdrang und nerviges Aufmerksamkeitsgeheische lasse ich mir auch nur äußerst ungerne nachsagen. Ich bin einfach neugierig, ob ich blond anders wahr genommen werden. Und wenn ja, wie!

Zugegeben, auch ich wäre – wie jede Frau – gerne “hübscher”. Vielleicht bringen blonde Haare diesen Effekt fürs Selbstwertgefühl. Auch wenn ich dafür bewusst nicht alles geben würde, aber ein bisschen Seltenheit kann doch nicht schaden. Mache dich rar, dann wirst du begehrt. Oder alle Friseure hatten Recht und ich werde selten dämlich aussehen. Man darf gespannt bleiben 🙂

 

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