Anfangs agierte ausnahmslos Alliteration als Anknüpfungspunkt

Während meiner Tätigkeit bei der online Agentur Zeppelin Digital GmbH (Salzburg) betreuten wir unter anderem ein Steuerberater- und Wirtschaftsprüferbüro mit Sitz in Wien.

Als Copywriterin stand ich damals vor der Herausforderung, Wirtschaftssprache und Steuerbegrifflichkeiten in verständliche, strukturierte und eloquente Texte zu verfassen, die zu dem in ihrer eigenen Länge genauen Richtlinien unterstellt waren.

Nach Kundenwunsch wurde ein Termin abgehalten, an dem bereits entworfene Passagen diskutiert und vor Ort so geändert werden sollten, dass sie gleichum freigegeben und bereit für die Onlinestellung wären.

Zum Schreiben benötige ich nebst einigen Büchern und Hilfsmitteln (duden online 🙂 ) vor allem Ruhe, Muße und einen freien Kopf. Ganz anders war die Situation, der ich ausgesetzt wurde: Herren und Damen mit Rang und Namen sahen mir vor Ort beim Editieren zu, weil die Textdokumente – während ihrer Bearbeitung durch mich – zeitgleich über einen Beamer auf eine Wand projiziert wurden, welche besagtes Publikum gegenüber sitzen hatte.

“Zu viele Köche verderben den Brei” und weil jeder in der Schule gelehrt wurde, zu schreiben, ist auch jeder per se qualifiziert, Kommentare und Improvisationen abzugeben. Ähnlich einem Fußballspiel, das de facto genausoviele Schiedsrichter hat, wie die vollen Ränge des Stadions Sitzplätze zur Verfügung stellen.

Als junge (und fachgebietsfremde) Texterin durfte ich glücklicherweise Gebrauch eines (bei mir sehr) beliebten Stilmittels machen: So hat mir die Alliteration den Weg in dieser Situation geebnet. Schnell angerissen, dass eine Folge von Worten, die mit dem gleichen Buchstaben beginnen, den Leser bei solch einer Thematik schneller und leichter abholen, konnte ich das gesamte Kollegium in meinen Bann ziehen.

Inhaltlich gehaltvolle und diffizile Themen sollten einen leichten Einstieg für branchen-unaffine Personen ermöglichen. Der User einer Steuerberater-Website ist meistens eine Privat- oder Geschäftsperson, die daher auf der Seite surft, weil sie eine angebotene Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte. (Das würde sie nicht tun, wenn sie selbst im Besitz der gesuchten Qualifikationen wäre).

Zurück zu meinen Buchstaben: Die Hauptleistungen des Büros habe ich dementsprechend gekürzt zusammengefasst. Dabei beschrieb ich sie in drei knackigen Stichworten, die “zufällig” alle den selben Anfangsbuchstaben haben. Wenn alle Worte gleich beginnen, ebnet das die Thematik  für das Auge. Ein Element, das sich wiederholt, nimmt die Hemmschwelle davor, einen diffizilen Inhalt zu erfassen. Mein Ziel war es, dem Leser auch schwer verständliches möglichst leicht zuzubereiten. Wie ein leichtes Gericht, das satt macht und nicht schwer im Magen liegt.

Alliteration as its best

Diese Herangehensweise hat meine Kompetenz gezeigt, mir Respekt vom Kunden verschafft und eine äußerst motivierte Zusammenarbeit gefördert. Als klar war, worauf ich hinauswollte, kamen einige Begriffsvorschläge vom Kunden selbst. Die Alliteration hat mir dabei sozusagen den Weg zu einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit geebnet. Schließlich durfte ich die gesamte Website textieren. Dafür bin ich ihr heute noch dankbar 🙂

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