Die Geschichte der Bienen.

 


Titel: Die Geschichte der Bienen

Autor: Maja Lunde

Verlag: btb

Wort.boutique Rating: 

Originalität:3 out of 5 stars (3,0 / 5)
Spannung:2 out of 5 stars (2,0 / 5)
Sprache:3 out of 5 stars (3,0 / 5)

Kaufempfehlung: nein

Leseempfehlung: kommt vom norwegischen Buchhändlerpreis


 

Stell dir vor, du wärst für alles, was du verzehrst selbst verantwortlich. Jeden Apfel, jede Kirsche, jede Chili hättest du selbst zu bestäuben. Klar, dass am Ende lange nicht so viel übrig bleiben würde, wie du jetzt tagtäglich zu dir nimmst.

Weil die Bienen diese mühevolle Arbeit für uns erledigen, können wir aus dem Vollen schöpfen. NOCH!

In ihrem gesellschaftskritischen Roman schickt uns Maja Lunde circa 80 Jahre weit voraus, in die Zukunft. Dort findet das vorher beschriebene Szenario der Bestäubung leider statt. Sie spannt den Bogen zwischen drei Protagonisten (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft), die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben:

  • William, der Ende des 19. Jahrhunderts an der neuartigen Entwicklung eines Bienenstocks arbeitet, um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Biene weniger risikoreich für die Biene zu machen und zudem insgesamt zu erleichtern
  • George, der Imker, der seinen Sohn Tom unbedingt in die Übernahme des traditionellen Betriebes einweisen möchte und dabei genug Sorgen mit dem Bienensterben in den USA hat.
  • Tao, die in China mit der Bestäubung der eigenen Lebensmittelrationen beschäftigt ist…bis ihr Sohn eines Tages schwer lebensgefährdet am Waldrand gefunden und daraufhin von den Behörden in einem Krankenhaus versteckt wird.

Mir ist es erstaunlich leicht gefallen, in die einzelnen Szenarien einzutauchen. Maja Lundes bildhafte Sprache plätschert nur so dahin. Jedes Kapitel hat sie mit dem Namen des dort handelnden Protagonisten überschrieben, somit leitet sie den Leser direkt in die Handlung. Es ist keine geringste Beanspruchung der grauen Zellen nötig, um dort hin zu gelangen. Dies ist – verglichen mit dem ein oder anderen verwobenen Romanen, der eine hohe Lese-Konzentration fordert – ein durchaus leicht zu lesendes Buch. Auch wenn die Zukunftsversion von Tao sehr realistisch dargestellt und damit auch sehr beängstigend wirkt: Besonders spannend war dieser Roman nicht. Bedingt durch Kontext und Plot kann sich der Leser sehr leicht erschließen, aufgrund welchen mysteriösen Unfalls Taos Sohn Wei-Wen am Waldrand gefunden wurde.


Sehr gut hat mir die Auswahl des Themas gefallen. Es betrifft uns ja schließlich alle und ich möchte auf keinen Fall, dass ich oder meine Nachkommen ganz ohne Bienen auskommen müssen. Vielleicht tue ich Maja Lunde unrecht, wenn es ihr Beitrag war, ein besonders tragendes und schwer zu behandelndes Thema in eine leicht zu lesende Geschichte zu verwandeln. Andererseits hat sie die Gefährdung der Bienen sehr strukturiert und gut recherchiert herausgearbeitet, ohne damit eine konkrete Anleitung für den Otto-Normal-Verbraucher zu liefern.


In ihrem Klappentext steht:

Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Ich persönlich kann nicht behaupten, eine konkrete Antwort auf diese Fragen beim Lesen von “Die Geschichte der Bienen” bekommen zu haben. Auch die Auszeichnung mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis für den besten Roman des Jahres 2017 kann ich nicht nachvollziehen. Aber schön, wenn sich viele Menschen dieser Geschichte und unserer Bienen annehmen!

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