Ein Teil von mir: Ein Teil von ihr


Titel: Ein Teil von ihr

Autor: Karin Slaughter

Verlag: HarperCollins

Wort.boutique Rating: 

Originalität: (3,0 / 5)
Spannung: (4,0 / 5)
Sprache: (3,0 / 5)

Kaufempfehlung: ja

Leseempfehlung: innerhalb kurzer Zeit!


Ich empfehle, diesen Thriller im Urlaub oder alternativ dazu am Wochenende zu lesen, denn Karin Slaughter verflicht die Geschichten der beiden Frauen Laura Oliver (Mutter) und Andy (Tochter) in ein Konstrukt von Verschwörungstheorien und Zeugenschutzprogrammen, dass die Aufmerksamkeitsspanne, die zum Verständnis der aufwändigen Story notwendig ist, bei kurzen Leseabschnitten überstrapazieren könnte.

Lauras Tochter Andy wird nach einem tragischen Amoklauf, in den ihre Mutter unglücklicherweise hineingerutscht ist, von zu Hause weg geschickt und ist auf der Suche nach den Gründen der kaltherzigen Reaktion ihrer Eltern. Laura – im früheren Leben Jane genannt – stammt ursprünglich aus einer wohlhabenden, einflussreichen Familie und wurde durch die Liebe – wie sonst – in ein Komplott aus Mord und Totschlag gezogen.

Obwohl sie ihn geliebt hatte, hatte ein Teil von Laura Nick sechs Jahre lang zugleich auf diese kindische Weise gehasst, wie man etwas hasst, das man nicht beherrschen kann. Er war eigensinnig, dumm, gut aussehend, und deshalb kam er mit verdammt vielen Fehlern durch. Und er machte ständig neue Fehler, immer wieder die gleichen, denn wozu neue ausprobieren, wenn die alten so gut funktionierten?

Karin Slaughter wechselt in ihrer Erzählung zwischen Lauras Jugendjahren und den aktuellen Geschehnissen in Andys Leben. Da in Lauras – also Janes – Jugend eine Dame namens Laura Jundeau eine tragende Rolle einnimmt, war es mir bis zur Mitte des Romans nicht möglich, die beiden Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Äußerst gelungen jongliert Karin Slaughter mit ihrem Wissen um die Hintergründe von Janes Verwandlung zu Laura Oliver und den Nebenschauspielern, die sympathischerweise keine konkreten Namen bekommen. So begegnet den beiden Protagonistinnen ein Mann, der einen Hoodie trägt. Er wird in der gesamten, fortsetzenden Handlung kurzum “Hoodie” genannt. Das ist mir durchaus sehr bekannt, da ich Menschen, die ein besonderes Merkmal an sich tragen, wenn es für eine Erzählung nicht weiter relevant ist, gerne darauf reduziere. 

Apropos äußeres Merkmal: Ich selbst hätte mir dieses Buch nie ausgesucht, geschweige denn gekauft. Sowohl Gestaltung und Cover als auch der Klappentext entsprechen absolut nicht meinem Geschmack.

Aber: Ich habe die 542 Seiten starke Lektüre innerhalb von vier Tagen geradezu verschlungen, denn ich mag Geschichten, die nicht allzu vorhersehbar sind. Ein hoch an die Autorin, die sowohl literarisch ansprechend als auch sehr detailreich ermöglicht, sich in die Hauptfiguren hinein zu versetzen.

Von der ersten bis zur letzten Seite an, bleibt dieser Roman sehr spannend und bis zum Ende hin habe ich vor mich hin gebetet, dass es Karin Slaughter gelingen möge, die beiden Frauen heil aus ihrer misslichen Lage heraus zu schreiben.

 

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