Kunst: Das Mädchen mit dem Fingerhut


Titel: Das Mädchen mit dem Fingerhut

Autor: Michael Köhlmeier

Verlag: dtv

Wort.boutique Rating: 

Originalität: (3,0 / 5)
Spannung: (3,0 / 5)
Sprache: (5,0 / 5)

Kaufempfehlung: ja

Leseempfehlung: an einem vernebelten, gemütlichen Herbstsamstag


Es ist ein kleines Mädchen – mitten in der Großstadt. Ohne jemanden zu kennen, schlägt es sich durch und hält sich strikt an die Abmachungen, die es mit seinem Onkel getroffen hat.

Jeden Abend holt der Onkel sie ab, bis er eines Tages nicht mehr kommt.

Ziemlich genau in der Mitte des Buches habe ich mir eingebildet, nicht genug über das Mädchen zu wissen. Seine Herkunft, die Sprache, alles war noch unstimmig. Wenn ich nur den Namen wüsste, dachte ich…(distanziert vom Klappentext, der jenen Preis gibt). Genau eine Seite später beantwortete mir Michael Köhlmeier meine Frage.

Doch nicht nur damit zeigt der Autor großartiges Gespür sowohl für die Figuren seiner Geschichte als auch für die Leser dieses Romans: Zärtlich beschreibt er die Handlungen des Mädchens, das alle unbekannten Menschen, die ihm begegnen, süß und lieb finden. Nur die “einfachsten” Emotionen wie Hunger, Durst oder Kälte nennt er als konkrete Empfindungen.

Die eigentliche Wesensart der Protagonistin lässt sich durch deren Handlungen erschließen. Viel Fingerspitzengefühl und eine kunstvolle Sprache geben dieser ernüchternden Geschichte einen pastellfarbenen Rahmen. 

Nicht nur, wenn man mit Tee und einer Kuscheldecke eingewickelt an neblig-grauen Herbsttagen auf dem Sofa sitzt ein absoluter Lesegenuss.

 

 

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