Meine Berufung.

Was bedeutet “Berufung”?

Ganz klar, das was mich ausmacht…und mein Beruf. Die Wortrelation ist begründet. Also in meinem Fall Marketing! ODER?

Was ich über Berufung gelernt habe: Sie hat nicht zwingend etwas mit meinem Beruf zu tun. Und es macht einen Unterschied, wozu ich mich berufen fühle und wozu ich wirklich berufen bin!


Ich habe für meine konkrete Berufung gebetet und das hat mein Leben auf den Kopf gestellt!

Gottes Plan beginnt Jahre zuvor.
Gleich nach dem Abitur habe ich einen Studienplatz bekommen, konnte ohne Probleme das Auslandssemester antreten und durfte auf der Karriereleiter im Marketing der Automobilbranche nach oben klettern. Nach vier erfolgreichen Jahren haben mich Schlafstörungen und erste Anzeichen von Depressionen dazu gezwungen, das alles konkret zu hinterfragen. Sollen mein Studium, meine Arbeit, alle Erfahrungen umsonst gewesen sein? Ich weiß es nicht.

Dein Beruf kann mit Gottes Aufgaben für dich kongruent sein.
Ich stieg auf der Karriereleiter wieder nach unten, habe Verantwortungen abgegeben und versucht meinen Platz zu finden. Nicht ein einziges Mal stellte ich die Frage, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Dann habe ich konkret für meine Berufung gebetet. Und bekam eine Antwort, mit der ich absolut nicht gerechnet habe…

Durch mein Leben stolpernd, versuchte ich ungelenk Herrin der Situation zu werden. Eine Ausbildung bei der Polizei war so gar nicht das, was ich mir unter Berufung vorgestellt hatte. Ich ging davon aus, Gott würde mir sagen, wie ich meine Gaben und Talente besser einsetzen könnte; natürlich im Rahmen meiner Komfortzone (in der Kirche, Familie, im Beruf, im Alltag). Pustekuchen!

Selbstreflexion und Berufung gehen Hand in Hand.
Sofort nach der Auftragserteilung begann ich mit Gott zu verhandeln. Immerhin war ich keine 20 mehr, nein viel eher war ich 27. Zwei Jahre zu alt für eine normale Ausbildungslaufbahn und somit in einem Alter, das neun Jahre Pflichtprogramm in München voraussetzte. Das schmeckte mir überhaupt nicht! So wehrte ich mich mit Händen und Füßen und begann mit Gott zu hadern. Bis mir klar wurde, dass ich nicht für eine Berufung beten durfte, wenn ich ihr nicht auch zu folgen bereit war.

 

Gottes Zeichen klar erkennen.
Viele Gebete und Gespräche später vereinte ich einen Termin mit meinem Einstellungsberater. Sofort bot er mir an, meine Bewerbung erst zwei Monate später einzureichen. Grund dafür: Die Altersgrenze für die “normale” Ausbildung wurde innerhalb dieser Zeit von 25 Jahren auf 30 Jahre angehoben und ich entging somit dem neunjährigen Pflichtprogramm. Ein Wunder! Bei diesem ersten Vorstellungsgespräch wurden mir viele unangenehme Fakten mitgeteilt. Bilder von Demonstrationen, die in zerschlagenen Helmen resultierten, rundeten das Gespräch ab. Die Frage meines Gegenübers “Wieso wollen Sie zur Polizei?” brächte mich ganz schön aus dem Konzept, sofern ich denn eines gehabt hätte. Mit hochgezogenen Schultern rutschte ich unruhig auf meinem Sessel hin und her. In diesem Moment konnte ich nicht besonders erwachsen gewirkt haben. Der graue, kratzige Wollbezug des Möbelstücks bohrte sich durch meine Leggins und ich habe mich enorm geschämt, so unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch zu gehen. Ich habe lieber geschwiegen, als die Wahrheit zu sagen. Schweigend saßen wir uns gegenüber und mein Einstellungsberater blätterte den, von mir zusätzlich mitgebrachten, weil “zufälligerweise” zeitgleich aktualisierten, Lebenslauf durch. Plötzlich blickte er auf und sah mich fokussiert an: “Was machst du in der evangelischen Freikirche?” Er war bei der Liste meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten stehen geblieben, um mir daraufhin von seinem ähnlichen Bezug zur Kirche zu erzählen. Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich mir immer wieder, wie klar Gott mir gezeigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Er hätte dort jeden Menschen hinsetzen können, aber das tat er nicht und obwohl ich feige genug war, kein Wort über die Berufung zu verlieren, öffnete er mit diesem Gespräch die Tür für die richtige Antwort auf die Frage nach dem “wieso?”.

Es wird nicht leichter!
Traurige Wahrheit: Nur, weil wir unserer Berufung folgen, bedeutet das nicht, dass uns alles in den Schoß fällt. Ich habe die Aufnahmeprüfung, sämtliche ärztliche Gutachten und Bewerbungsgespräche gut gemeistert. Die Zeit verging rasend schnell. Und jetzt ist es soweit: Nächste Woche beginnt die Ausbildung und ich habe mir die Grippe (inkl. Krankenhausaufenthalt) eingefangen. Zudem habe ich innerhalb kürzester Zeit ganz schön viel Gewicht verloren – niemand weiß, wieso. Zum Einstellungsbeginn werden alle angehenden PolizeimeisterInnen nochmals ärztlich untersucht. Gerade kratze ich am Mindest-BMI und bin demzufolge nicht sehr zuversichtlich, was den Start in diesen körperlich anstrengenden Lebensabschnitt betrifft.

Aber, das Erinnern an Gottes klare Zeichen (und da gibt es noch mehr, als die oben beschriebenen) zeigt mir aufs Neue, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und den geh ich GOTT SEI DANK nicht allein!

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