Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind


Titel: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind

Autor: Jonas Jonasson

Verlag: carl’s books

Wort.boutique Rating: 

Originalität: (5 / 5)
Spannung: (5 / 5)
Sprache: (5 / 5)

Kaufempfehlung: ja

Leseempfehlung: immer


Mörder-Anders war zufällig einer der Langzeitbewohner in der Pension Sjöudden. Eigentlich hieß er Jonas Andersson und hatte sein ganzes Erwachsenenleben im Gefängnis gesessen. Mit Worten und Formulierungen hatter er sich noch nie leichtgetan, aber er kam schon früh dahinter, dass man trotzdem zu seinem Recht kam, wenn man Leute, die einem widersprachen – oder so aussahen, als wollten sie widersprechen -, einfach verdrosch. Und bei Bedarf auch gerne noch mal verdrosch. Diese Art von Gesprächen führte mit der Zeit dazu, dass der junge Johan in schlechte Gesellschaft geriet. Seine neuen Bekannten überzeugten ihn davon, seine bereits gewalttätige Argumentationstaktik mit Schnaps und Tabletten zu unterfüttern, und da war es auch schon aus. Schnaps und Tabletten brachten ihm zwölf Jahre ein, als er zwanzig war, weil er dem Gericht nicht erklären konnte, wie seine Axt in den Rücken des größten Amphetamindealers in seinem Viertel geraten war (Mörder-Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind, Jonas Jonasson 2015: S. 8f.)

Mit beschwingtem Humor der dem obigen Absatz gleicht zieht sich die Geschichte des Mörders, der sich zu Gott bekehrt über knapp 400 Seiten. Äußerst kurzweilig erzählt Jonas Jonasson in seinem dritten Erfolgsroman (nach “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” und “Die Analphabetin, die rechnen konnte”) nun eine Geschichte, so absurd und humorvoll wie wir es bereits kennen. Darüber hinaus, ist die Begegnung des gläubigen Mörders mit der ungläubigen Pfarrerin durchaus unterhaltsam für bibelfeste Leser! Ich empfehle jedem ausdrücklich, die genannten Bibelstellen selbst nachzuschlagen. Dabei sollte die Fehlinterpretation der Protagonisten mit einem twinkle-in-the-eye gelesen werden und der Roman entwickelt sich zum absoluten Aufmerksamkeitsfänger. Selten hat mich eine Geschichte so begeistert und so gut unterhalten. Von der langwierigen und inhaltsschwangeren Geschichte des Hundertjährigen vom Autor distanziert, konnte ich nur wenige Personen von der Analphabetin überzeugen. Was Jonasson wirklich mit Bravur gemeistert hat, ist der Roman des Mörders! Meine absolute Empfehlung und viel Spaß beim Lesen!

“Ich blute!” jammerte Mörder-Anders, während er sich langsam hochrappelte.
“Der Kirchdiener auch”, bemerkte die Pfarrerin. “Aber im Unterschied zu dir jammert er nicht. Bei allem Respekt, aber dein Nasenbluten ist im Moment weiß Gott unser kleinstes Problem.” Die Pfarrerin musterte ihren ehemaligen Quälgeist auf dem Boden. Das Blut lief aus dem Loch im Kopf des Kirchendieners, das zuvor sein linkes Auge beherbergt hatte. “Denn der Tod ist der Sünde Sold. Römerbrief, Kapitel 6, Vers 23″ sagte sie, ohne zu überlegen, warum sie dann eigentlich selbst noch am Leben war. (ebd.: S. 249)

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