Sinn des Lebens

Seit zwei Wochen quälen mich ein paar Fragen, die du bestimmt kennst. Die kritisch beäugte eigene Daseinsberechtigung kann essenzielle Folgen haben: Depression, innere Leere, Burn-out, Abhängigkeiten und viele ähnliche Krankheitsbilder haben teilweise den Ursprung, dass man vergeblich versucht, seinem Leben einen Sinn zu geben.

Die Aktion des Gebens klingt im Zusammenhang mit dem ungreifbaren Begriff “Leben” unecht. Kann ich meinem Leben denn selbst einen Sinn geben oder liegt das ausserhalb meines Einflussbereichs? Falls ja, was ist dann der Sinn des Lebens? Warum lebe ich? Und macht es Sinn, danach zu fragen? Oder wühlen wir uns damit nur noch mehr auf, weil es auf diese Frage keine Antwort zu geben scheint?

Ein nie zu enden scheinender Sog: Die Suche nach dem Sinn des Lebens

Daran habe ich ganz schön zu knabbern – so während meines Frühstücks. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder mit dem Ziel subjektive Differenzen abzuwiegeln, stell ich dir eine kleine, äußerst banale Gedankenspielerei dazu vor:

Wenn wir die Sinnfrage auf Gegenstände oder Ziele ummünzen, könnte das zum Beispiel sein: Was ist der Sinn meiner Arbeit? Was ist der Sinn dieses teuren Autos? Was ist der Sinn guten Essens? Abgesehen davon, dass episoden-beschreibende Begriffe wie “Arbeit” auch zur inneren Erfüllung (wovon?) dienen können, möchte ich nun das Ziel dieser drei Fragen beleuchten:

Der im Kern verankerte Sinn meiner Arbeit ist, ausreichend Geld zum Leben zu haben, das spätere Wohl meiner Familie (Kinder und Enkel) und das eigene Überleben zu sichern.

Das teure Auto schenkt mir – je nach Typ – Ansehen und Selbstwertgefühl. Zusätzlich hat es mehr Sicherheits-Features und mehr PS. Die Wahrscheinlichkeit einen schweren Unfall zu überleben oder sogar zu verhindern wird also größer, obwohl ich schneller bin und mir viel Zeit gespart habe.

Mit dem Satz “Wir leben nicht, um zu essen. Wir essen, um zu leben” trifft Sokrates den Nagel auf den Kopf. Der Sinn guten Essens ist – nebst der Gemeinschaft und des Genusses – in erster Linie, uns vitamin-, ballaststoff-, und mineralienreiche Nährstoffe (Liste beliebig erweiterbar) zukommen zu lassen, um unseren Körper am Leben zu halten und Energie für das Leben zu geben.


Das sichere Überleben einer rasanten Fahrt, der Pensionist, der ausgesorgt hat und die leckere, energieliefernde Mahlzeit, die uns an einem anstrengenden Tag mit Kraft versorgt, lenken den Blick auf das danach.

Diese Sinn-Fragen lassen sich mit der Voraussicht beantworten. Der Sinn des Lebens ist also, was es uns danach bringt. Die Dinge, die wir uns während dieses Lebens erarbeiten und aneignen verlieren an Gewicht und an Wert, wenn wir den Blick über den Tod hinaus richten.

Im Prediger 3, 9-14 steht

Was bleibt nun dem Schaffenden von dem, womit er sich abmüht? Ich habe das mühselige Geschäft gesehen, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, damit sie sich abplagen. Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt – nur dass der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann. Ich habe erkannt, dass es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und Gutes zu genießen in seinem Leben; doch wenn irgendein Mensch isst und trinkt und Gutes genießt bei all seiner Mühe, so ist das auch eine Gabe Gottes. Ich habe erkannt, dass alles, was Gott tut, für ewig ist; man kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen; und Gott hat es so gemacht, damit man ihn fürchte.

Kurz zusammengefasst, sollen wir dieses Leben genießen und dankbar für das Gute sein. Ausserdem habe ich auf dem Herzen, dass das Leben mit Gott frei macht. Frei davon, nach dem Sinn des Lebens zu suchen! 

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