Verteidigung eines Elefanten


Titel: Elefant

Autor: Martin Suter

Verlag: Diogenes Verlag

Wort.boutique Rating: 

Originalität: (5,0 / 5)
Spannung: (4,0 / 5)
Sprache: (5,0 / 5)

Kaufempfehlung: ja

Leseempfehlung: wenn man zwei, drei Tage am Stück Zeit hat (Wochenende)


Einer meiner liebsten Autoren, Martin Suter, hat mit seinem neuen Roman “Elefant” die Leser polarisiert.

Man findet ziemlich jede Meinung über dieses Buch:

“Einfach großartig, liebenswert und unvergesslich. Eine zauberhafte Geschichte mit Mahnungen an die Menschen und Wissenschaft.” (leserattebremen auf https://www.lovelybooks.de/autor/Martin-Suter/Elefant-1363185606-w/)

 

Elefant ist eine nette, kleine Geschichte, im Vergleich zu anderen Büchern von Martin Suter allerdings erstaunlich seicht.” (Christina Brunnenkamp auf http://wp.me/p37jsc-5Gf)

 


Ich persönlich finde allein schon die Idee, das größte Synonym der phantasievollen Luftschlösser – den rosa Elefanten – als reale Kreatur zu erschaffen, genial. Die absolute Steigerung dieser Traum-Erscheinung ist ihre Fähigkeit, im Dunkeln zu leuchten. Anhand der Auseinandersetzung mit dem aktuellen Stand der Gentechnik zeigt Martin Suter anschaulich, dass der rosa Elefant kein Hirngespinst sein muss.

Das gelingt ihm so gut, dass ich natürlich sofort einen rosa Elefanten haben wollte. Mehr als nur angebracht ist daher auch seine Widmung am Ende des Buches: “Ich bitte meine Tochter Ana um Verständnis, dass ich ihr nie einen kleinen lebenden rosa Elefanten schenken werde.


Die Handlungsstränge der Idee, einen rosa Elefanten zu erschaffen und den Versuch, diesen später vor den eigentlichen Gentechnikern zu verstecken, spielen in den Jahren 2013 beziehungsweise 2016. Zwischen diesen Jahren hin und her springend, erzählt Martin Suter also, dass es den Elefanten bereits gibt. Der Leser bekommt aber immer nur stückweise relevante Informationen zur Konstellation aller beteiligten Figuren. Dadurch wird eine unglaubliche Spannung aufgebaut, die unter anderem durch die Geburt eines anderen, “normalen” Elefantenbabys ganz schön auf die Zerreißprobe gestellt wird. Suter beschreibt dieses Geschehen nämlich so detailliert, dass man als Leser schließlich auch hier ein rosa Elefantenbaby erwarten würde.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der mal etwas anderes lesen möchte als vorhersehbare Liebesromane oder gut ausgehende Krimis. Suter ist es gelungen, diese prinzipiell sehr diffizile Thematik auf eine einfache Lektüre runter zu brechen und somit den Folgen der Gentechnik ein Gesicht zu geben. Ein rosa-farbenes, das im Dunkeln leuchtet.

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